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Überwinterungsstollen für Fledermäuse bei Altenau gesichert PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 04. Januar 2012 um 15:48 Uhr

 - Gute Kooperation von Landesforsten, Nationalpark, Landkreis Goslar, Lebenshilfe und ehrenamtlichen Fledermausschützern



Die Lebenshilfe-Gruppe, die die praktischen Arbeiten durchgeführt hat, mit Steffen Küppers, Nationalpark-Jugendwaldheim (links), Rainer Schlicht, Landkreis Goslar (rechts) und Dr. Michael Lücke, Forstamt Clausthal (2. von rechts) Foto: Katja John

Clausthal-Zellerfeld – Wernigerode – Goslar. Jetzt beginnt wieder die kalte Jahreszeit. Nicht allen Menschen ist klar, was diese Zeit für die Tierwelt des Harzes bedeutet, insbesondere in den Hochlagen des Oberharzes. Der Nahrungsmangel zwingt viele Tiere nun zur Änderung ihres Verhaltens. Besonders schwer haben es die Fledermäuse – sie leben das Jahr über von Insekten und finden im Winter keine Nahrung mehr vor. Die Tiere reagieren darauf mit dem Winterschlaf – mit extrem reduzierten Lebensfunktionen. Im Winterschlaf wird der gesamte Stoffwechsel „zurückgefahren“. Die Körpertemperatur der Tiere sinkt von 38 bis 40 °C auf die Umgebungstemperatur von 3 bis 8 °C, das Herz schlägt nur noch dreimal pro Minute und geatmet wird in dieser Zeitspanne nur einmal. Wiederholte Störungen im Winterschlaf und somit plötzliches Erwachen schwächen die Tiere und haben oft tödliche Folgen. Daher ist es von großer Bedeutung, die Überwinterungsquartiere der Fledermäuse zuschützen – oft sind es alte Bäume, insbesondere aber natürliche Höhlen und historische Bergbaustollen.

Ein wichtiger Bergbaustollen im Oberharz ist nunmehr gesichert und dient nur noch den Fledermäusen als Winterquartier. Der Stollen wurde für den Fledermausschutz von Dr. Friedhart Knolle vor Jahren kartiert und ist eine Besonderheit – sein Mundloch befindet sich auf dem Gelände des Niedersächsischen Forstamtes Clausthal, aber er zieht sich untertage auf 200 m Länge durch den Berg bis tief in den Nationalpark hinein. Auf Initiative des ehrenamtlichen Fledermausschützers Siegfried Wielert wurde der Bergbaustollen mit Hilfe von Fördermitteln des Landkreises Goslar als untere Naturschutzbehörde und in enger Kooperation der Niedersächsischen Landesforsten und des Nationalparks Harz aufgewertet und gesichert.

Technisch waren die Maßnahmen nicht ganz ohne. Das Stollenmundloch war weitgehend verschüttet und das Innere wegen seines sehr hohen Wasserstands nur bedingt als Winterquartier geeignet. In den vergangenen Jahren konnten durch Siegfried Wielert und seine Kollegen insgesamt fünf
Fledermausarten im Stollen nachgewiesen werden. Durch technische Maßnahmen sollte daher der Wert dieses Quartiers verbessert werden. Dafür wurde seit September zunächst die Sohle des Stollens in Handarbeit tiefergelegt, um den Luftraum für die überwinternden Tiere zu vergrößern. Diese Arbeiten wurden unter Anleitung des Nationalpark-Jugendwaldheims Brunnenbachsmühle von Menschen mit geistiger Behinderung durchgeführt. Dafür bekamen wir vorbildliche Unterstützung durch die Lebenshilfe Northeim und die Harz-Weser-Werkstätten im Rahmen des Projektes „Freiwillige in Parks“ der Nationalen Naturlandschaften Deutschlands. Anschließend wurde der Stollen mit einem Stahlgitterverschluss gegen unbefugtes Begehen gesichert, was durch eine unbürokratische Unterstützung seitens des Landkreises Goslar aus zweckgebundenen Ersatzzahlungsmitteln möglich wurde.

Die Arbeiten konnten nunmehr abgeschlossen werden und wurden von den Verantwortlichen der beteiligten Institutionen abgenommen.

Hinweis an die Medien: Aus Naturschutzgründen benennen wir die exakte Lage des Stollens nicht, um Unbefugte nicht unnötig aufmerksam zu machen. In der Vergangenheit ist es zu oft vorkommen, dass Stollengitter aufgebrochen worden sind. Das Bundesnaturschutzgesetz legt fest: "Es ist verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller oder ähnliche Räume, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen; dies gilt nicht zur Durchführung unaufschiebbarer und nur geringfügig störender Handlungen sowie für touristisch erschlossene oder stark genutzte Bereiche.“

Herausgeber: Niedersächsische Landesforsten, Nationalpark Harz und
Landkreis Goslar
Kontakt für die Herausgeber:
Dr. Friedhart Knolle, Nationalpark Harz
Presse, Marketing & Regionalentwicklung
Lindenallee 35, 38855 Wernigerode
Tel. 03943/5502-32 & 0170/22 09 174
e-mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
http://www.nationalpark-harz.de

Ihre Spende für uns: http://www.gfn-harz.de
Klimafreundliches Suchen: http://ecosia.org


( 3 Votes )
 

Kommentare 

 
0 #1 Christian 2012-01-04 16:48
Hallo,
sehr guter Bericht und sehr Informationsrei ch.

LG Christian
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